Naturerlebnis am Filsø 🇩🇰

Wir beginnen gleich mit einem kleinen Nachtrag zum gestrigen Tag. Zum Abendessen gab es eine leckere dänische Kartoffelpfanne. Die schmeckte so gut, dass bis auf den letzten Krümel alles aufgegessen wurde.

Der Abend hielt dann noch eine kleine Suchaktion bereit. Zuerst wurde ein Ladekabel vermisst, und kaum war dieses Thema erledigt, war plötzlich Mariannes iPod verschwunden. Nach kurzer Suche tauchte der iPod unter einem Bett wieder auf und das vermisste Ladekabel wurde am nächsten Morgen in einer Seitenablage gefunden. Zum Glück war am Ende wieder alles da :-).

Der nächste Morgen begann ganz gemütlich mit einem entspannten Frühstück bei bewölktem Himmel. Unter der Woche gibt es inzwischen keine Spiegeleier mehr – die bleiben dem Wochenende vorbehalten. Für den heutigen Tag standen zuerst etwas Kultur und anschliessend eine Wanderung auf dem Programm.

Nach knapp 20 Minuten Fahrt wurde das Tröimli auf dem Parkplatz einer kleinen Kirche abgestellt. Eigentlich war geplant, die Henne Kirche auch von innen zu besichtigen. Leider war sie geschlossen, sodass sie nur von aussen betrachtet werden konnte. Die ältesten Teile der Kirche stammen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurden wahrscheinlich unter Elias, Bischof von Ribe, erbaut, der 1145 als Besitzer des nahe gelegenen Hennegård urkundlich erwähnt wird. Schon um 1300 wurden der Chor und das Kirchenschiff verlängert.

Anschliessend begann unsere Wanderung mit dem Ziel, den Aussichtsturm Filsø zu besuchen. Filsø war einst einer der grössten Seen Dänemarks. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet trockengelegt, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Zwischen 2010 und 2012 entstand hier eines der grössten Renaturierungsprojekte des Landes: Der See wurde wieder geflutet und die ursprüngliche Landschaft kehrte zurück. Heute zählt Filsø zu den bedeutendsten Natur- und Vogelschutzgebieten Dänemarks. Mehr als 230 Vogelarten wurden hier bereits beobachtet, darunter Seeadler, Fischadler, Kraniche sowie zahlreiche Wat- und Wasservögel. Vom Aussichtsturm bietet sich ein beeindruckender Blick über die weite Seen-, Moor- und Heidelandschaft.

Unterwegs mussten allerdings konstant Bremsen und Fliegen verscheucht werden. Das nächste Mal wird wohl vorsorglich Anti-Brumm eingepackt.

AussichtsturmFilsø Kirkebyvadtårnet, Henne (DK)
Höhe8 m
Stufen38
Höhe über Meer2 m ü. M.
Erbautunbekannt
MaterialienMauerwerk, Beton
Kosten Benutzungkostenlos
geöffnetganzjährig

Oben angekommen wurden die herrliche Aussicht und die beeindruckende Natur in aller Ruhe genossen. Mit etwas Geduld konnten sogar einige Vögel beobachtet werden. Auf dem Rückweg war plötzlich der Ruf eines Kuckucks zu hören. Leider liess sich der scheue Vogel nicht blicken.

Da wir ungern denselben Weg zweimal laufen, entschieden wir uns für eine grössere Runde durch das Gebiet von Filsø. So wurden aus der ursprünglich kurzen Wanderung am Ende rund acht Kilometer.

Nach der Wanderung ging die Fahrt für 20 Minuten weiter bis zum nächsten Nachtlager. Auch hier gibt es keine Schranke und jeder darf seinen Stellplatz selbst auswählen. Bei den sommerlichen Temperaturen fiel die Wahl natürlich auf einen Platz mit möglichst viel Schatten.

Nach dem Einrichten und einer Woche unterwegs müssen auch einmal Kleider gewaschen werden. Die Waschmaschine ist schnell gefunden, aber es stellte sich allerdings heraus, dass dafür spezielle Jetons benötigt werden.

Ein Mitarbeiter erklärte, dass diese auf dem Hauptcampingplatz erhältlich sind – rund 2,5 Kilometer entfernt. Nach kurzem Überlegen war der Entscheid schnell gefallen: Ein kleiner Spaziergang schadet nie. Also machten wir uns zu Fuss auf den Weg, holten die benötigten Jetons, gönnten uns unterwegs noch eine feine Glace und spazierten gemütlich wieder zurück.

Während die Waschmaschine ihre Runden drehte, liessen wir den Tag ganz entspannt ausklingen. Und kaum war alles erledigt, meldete sich auch schon der Hunger. Ein weiterer gemütlicher Ferienabend in Dänemark konnte beginnen.