Von Ochsenfurt nach Friedrichsroda

Nach einer erholsamen Nacht und rund zehn Stunden Schlaf starteten wir ganz gemütlich in den neuen Ferientag. Das ruhige Ambiente am Main sorgte für einen entspannten Morgen, bevor der Duft von frischem Kaffee und Frühstück durch das Wohnmobil zog.

Nach dem Frühstück wurde das Tröimli nochmals gründlich gereinigt und für die Weiterreise vorbereitet. Anschliessend waren alle Sachen schnell verstaut und die Fahrt konnte beginnen.

Ein Blick aufs Navigationsgerät verriet, dass uns heute eine Fahrzeit von rund zweieinhalb Stunden bevorstand. Doch lange blieb es nicht bei der Autofahrt. Schon bald tauchte unterwegs eine weitere Hängebrücke auf – und da war schnell klar, dass Oliver und Marianne sich diese nicht entgehen lassen würden.

Nach einem kurzen Halt wurde der Rucksack mit Wasser, Sonnencreme, Fotoapparat und etwas Proviant gepackt. Anschliessend machten sich die beiden auf den Weg zur Highwalk-Hängebrücke in Rotenburg an der Fulda.

Der Highwalk wurde Ende 2024 eröffnet und ist mit einer Länge von 617 Metern die zweitlängste Fussgänger-Hängebrücke Deutschlands. Sie überspannt das Kottenbachtal in einer Höhe von bis zu 60 Metern und verbindet die Rodenberg Alm mit dem Teufelsberg. Erbaut wurde die Brücke mit dem Ziel, den Tourismus in der Region zu stärken und Besuchern die reizvolle Landschaft des mittleren Fuldatals aus einer vollkommen neuen Perspektive näherzubringen. Gleichzeitig entstand damit ein attraktiver Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge rund um Rotenburg an der Fulda. Für den Bau wurden rund 84 Tonnen Stahl sowie sechs schwere Tragseile verwendet. Die Konstruktion ist für bis zu 600 Personen gleichzeitig ausgelegt und wurde von einer auf Hängebrücken spezialisierten Schweizer Firma realisiert.

HängebrückeHighwalk, Rotenburg an der Fulda (DE)
Spannweite617 m
Höhe60 m
Breite130 cm
ÜberquertKottenbachtal
Höhe über Meer245 m.ü.M.
Erbaut2024
TechnikDrahtseilbrücke
Kosten Benutzung9.50 € Erwachsenes
geöffnetganzjährig

Der Spaziergang führte durch die sommerliche Landschaft und wurde mit eindrucksvollen Ausblicken über das Kottenbachtal und das Fuldatal belohnt. Nach einiger Zeit kehrten die beiden gut gelaunt zum Wohnmobil zurück und setzten die Reise fort.

Während der Weiterfahrt fiel ein Hinweisschild auf die ehemalige innerdeutsche Grenze auf. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 trennten sie die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Heute erinnern zahlreiche Gedenkorte, Informationstafeln und erhaltene Grenzanlagen an diese bewegende Zeit der deutschen Geschichte. Wo früher streng bewachte Grenzanlagen standen, kann man heute die Landschaft frei durchqueren.

Nach weiteren rund 75 Minuten erreichten wir den Wohnmobilstellplatz WOMO Bahnhof Friedrichsroda. Der kleine, liebevoll gestaltete Stellplatz liegt ruhig am ehemaligen Bahnhof des Ortes und ist ein idealer Ausgangspunkt, um den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal zu erkunden. Die familiäre Atmosphäre und die ländliche Umgebung sorgen sofort für Entspannung.

Nachdem das Wohnmobil auf dem Stellplatz eingerichtet war, wurden noch die Vorräte ergänzt, bevor der restliche Nachmittag ganz gemütlich verbracht wurde. Bei herrlichem Sommerwetter liessen wir den Tag entspannt ausklingen und freuten uns bereits auf die nächsten Ferienerlebnisse.