Dem Grünen Band entlang in den Harz
Nach einem ruhigen Abend blieb noch Zeit, etwas über die ehemalige innerdeutsche Grenze nachzulesen. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung sie für die deutsche Geschichte hatte.
Die innerdeutsche Grenze war fast 1400 Kilometer lang und trennte während des Kalten Krieges die Bundesrepublik Deutschland und die DDR voneinander. Sie war mit Zäunen, Wachtürmen und zahlreichen Sperranlagen gesichert, um Fluchtversuche in den Westen zu verhindern. Viele Menschen verloren dabei ihr Leben. Am 9. November 1989 wurde die Grenze geöffnet, wenig später folgte die Wiedervereinigung Deutschlands. Heute erinnert das «Grüne Band» an diese bewegende Zeit und hat sich gleichzeitig zu einem wertvollen Naturraum entwickelt.
Am Morgen zeigte sich der Himmel zwar grau und ein kräftiger Wind wehte über den Stellplatz, dennoch starteten wir gemütlich in den Tag. Nach dem Frühstück machten wir uns kurz nach 10.00 Uhr auf den Weg. Heute stand ein besonderes Ausflugsziel im Harz auf dem Programm.
Obwohl das Navigationsgerät die kürzeste Route über verschiedene Bundesstrassen berechnet hatte, wurden wir unterwegs gleich mehrmals wegen Baustellen umgeleitet. Die Umleitungen führten teilweise über schmale Nebenstrassen und kleine Ortschaften, wodurch sich die Fahrzeit und die Tagesstrecke deutlich verlängerten.
Nach rund zwei Stunden erreichten wir den Parkplatz beim Hexenbesen. Von dort führte ein kurzer Spaziergang zum Hexenturm.
| Aussichtsturm | Hexenturm, Ellrich (DE) |
| Höhe | 45 m |
| Stufen | 245 Stufen |
| Höhe über Meer | 590 m ü. M. |
| Erbaut | 2025 |
| Materialien | Stahlkonstruktion |
| Kosten Benutzung | 16 € |
| geöffnet | ganzjährig |
Der Hexenturm wurde 2025 eröffnet und ist rund 45 Meter hoch. Er entstand als neue Touristenattraktion, um den Harz noch attraktiver zu machen und Besuchern beeindruckende Ausblicke über die dichten Wälder bis zum Brocken zu ermöglichen. Besonders spektakulär ist der sogenannte Hexenbesen – ein freischwebender Steg, der weit aus dem Turm herausragt und das Gefühl vermittelt, über den Baumwipfeln zu schweben. Ergänzt wird die Anlage durch verschiedene Erlebnisstationen und Informationstafeln, welche die Natur und die Geschichte des Harzes näherbringen.
Nach dem Besuch des Hexenturms ging es weiter nach Braunlage, dem grössten Ferienort im niedersächsischen Harz. Der Ort liegt auf rund 550 Metern über Meer und ist seit über 100 Jahren ein beliebtes Reiseziel. Ursprünglich lebten die Menschen hier vom Bergbau und der Forstwirtschaft. Mit der Erschliessung des Harzes entwickelte sich Braunlage jedoch immer stärker zu einem Kur- und Ferienort. Heute locken im Sommer zahlreiche Wander- und Mountainbikewege sowie der nahegelegene Nationalpark Harz. Im Winter verwandelt sich Braunlage in eines der bekanntesten Wintersportzentren Norddeutschlands mit Skipisten, Loipen und der Wurmberg-Seilbahn, welche auf den höchsten Berg Niedersachsens führt.
Nach dem Einrichten auf dem Campingplatz setzte der angekündigte Regen ein. So blieb genügend Zeit, den Nachmittag gemütlich im Wohnmobil zu verbringen – beim Lesen, Schreiben oder einfach beim Geniessen der Ferien. Ein entspannter Abschluss eines abwechslungsreichen Ferientages im Harz.




















































