Zwischen Trollen und Aussichtstürmen 🇩🇰

Nach einer erholsamen Nacht liessen wir den Morgen ganz gemütlich angehen. Am Vorabend waren wir noch unterwegs, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. In Dänemark geht die Sonne im Sommer erstaunlich spät unter – gestern erst um 22.02 Uhr. Die sogenannte Goldene Stunde, die besonders toll zum Fotografieren ist ist, lag zwischen 21.20 Uhr und 21.40 Uhr.

Vom Wohnmobilstellplatz in Emmerlev Klev sind wir überzeugt und haben die Zeit hier genossen. Der kleine, ruhig gelegene Stellplatz ist ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge ins Wattenmeer. Grosszügige Stellplätze, Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sowie die entspannte Atmosphäre machten den Aufenthalt besonders angenehm. Beim Blick auf die Nummernschilder fiel auf, dass die meisten Gäste aus Deutschland kamen. Daneben standen einige einheimische Fahrzeuge und genau ein Schweizer Wohnmobil.

Der erste Halt führte nach Løgumkloster zum Troll Markus Knuskrammer, einer der bekannten Holzskulpturen des dänischen Künstlers Thomas Dambo.

Die riesigen Trolle bestehen aus recyceltem Holz und sind über ganz Dänemark und viele weitere Länder in Europa und weiteren Kontinenten verteilt. Mit seinen Kunstwerken möchte Thomas Dambo Menschen dazu motivieren, die Natur bewusster wahrzunehmen und sorgsam mit ihr umzugehen. Die Figuren sind von der nordischen Sagenwelt inspiriert, in der Trolle als geheimnisvolle Waldbewohner und Beschützer der Natur gelten.

Die Begegnung mit dem Troll hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Thomas Dambo hat inzwischen über 170 riesige Troll-Skulpturen in mehr als 20 Ländern erschaffen. Jede Figur erzählt ihre eigene Geschichte und steht bewusst an einem Ort in der Natur, den Besucher oft erst nach einem kleinen Spaziergang entdecken. Viele Menschen planen mittlerweile sogar eigene «Troll-Touren», um möglichst viele dieser beeindruckenden Kunstwerke zu besuchen. Auch bei uns ist die Neugier geweckt – es würde uns nicht überraschen, wenn auf unserer Reise noch der eine oder andere Troll unseren Weg kreuzt.

Die Reise geht von Løgumkloster weiter in Richtung Skærbæk, wo am Rande des Wattenmeers ein weiteres Ziel unsere Aufmerksamkeit erregt hat.

Schon von Weitem ist der Marsk Tower zu sehen. Der 25 Meter hohe Aussichtsturm wurde vom international bekannten Architekturbüro BIG (Bjarke Ingels Group) entworfen und 2021 eröffnet. Seine spiralförmige Konstruktion erinnert an eine DNA-Helix und fügt sich harmonisch in die flache Landschaft des Marschlandes ein. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein beeindruckender Rundumblick über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, die weiten Marschwiesen und bei guter Sicht sogar bis zur Insel Rømø. Der Turm wurde errichtet, um die Region touristisch aufzuwerten und Besuchern die besondere Natur des Wattenmeers näherzubringen.

AussichtsturmMarsk Tower, Skærbæk (DK)
Höhe25 m
Stufen146 Stufen abwärts
131 Stufen aufwärts
Höhe über Meer36 m ü. M.
Erbaut2021
MaterialienStahlkonstruktion
Kosten Benutzung95 DKK
geöffnetganzjährig

Nach diesem Stopp führte die Reise weiter zum Einkaufen und Tanken und anschliessend zum Nachtlager im Umkreis von Oksbøl.

Unser heutiger Übernachtungsplatz ist die CamperBase Oksbøl. Der kleine, unkomplizierte Stellplatz liegt ruhig am Ortsrand und bietet alles, was man für eine entspannte Übernachtung benötigt. Bei unserer Ankunft standen ausser unserem Wohnmobil nur noch wenige weitere Fahrzeuge auf dem Platz – beste Voraussetzungen für einen ruhigen Abend.

Nach dem Einrichten genossen wir ein kleines Zvieri vor dem Wohnmobil und liessen den Tag gemütlich ausklingen. Das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite und machte Lust auf die nächsten Entdeckungen.

Die Route führt in den kommenden Tagen weiter Richtung Norden. Welche Ziele wir als Nächstes ansteuern, verraten wir schon bald.