Nordisches Schietwetter
Der Morgen begann mit angenehmen 19 Grad und leichtem Regen. Nach den warmen Sommertagen fühlte sich die frische Luft richtig wohltuend an. Vor der Weiterreise blieb noch etwas Zeit, den Campingplatz in Braunlage etwas genauer anzuschauen. Der Platz liegt direkt am Nationalpark Harz und überzeugt mit grosszügigen Stellplätzen, modernen Sanitäranlagen und seiner ruhigen Lage mitten in der Natur. Für Wanderungen und Ausflüge in den Nationalpark ist er ein idealer Ausgangspunkt.
Nach einem gemütlichen Frühstück wurde alles verstaut und das Wohnmobil für die nächste Etappe vorbereitet. Bereits am Vortag hatten wir an der Rezeption eine Karte mit den aktuellen Baustellen und Umleitungen entdeckt. Nach den zahlreichen Umfahrungen der letzten Tage hofften wir deshalb, dass uns heute möglichst wenige Baustellen und Staus erwarten würden. Da heute wieder ein Werktag war, rechneten wir zwar mit mehr Berufs- und Fernverkehr, hofften aber gleichzeitig, dass der Ferienverkehr auf den Strassen etwas geringer ausfallen und die Fahrt insgesamt etwas flüssiger verlaufen würde.
Gemeinsam wurde die Route geplant. Anstatt direkt die Autobahn zu wählen, entschieden wir uns bewusst für eine ruhigere Strecke über verschiedene Bundes- und Landstrassen. So liess sich der dichte Verkehr auf den Hauptachsen grösstenteils umgehen, auch wenn unterwegs immer wieder Baustellen und Abschnitte mit Strassenschäden auftauchten.
Während der Fahrt hörten wir im Radio, dass heute der Weltkusstag gefeiert wird. Dieser findet jedes Jahr am 6. Juli statt und entstand ursprünglich im Vereinigten Königreich. Mittlerweile wird der Aktionstag in vielen Ländern begangen und erinnert daran, wie wichtig kleine Gesten der Zuneigung und Wertschätzung im Alltag sind.
Je weiter die Reise nach Norden führte, desto flacher wurde die Landschaft. Weite Felder, kleine Dörfer und Windräder prägten das Bild. Unterwegs sorgte ein Hinweisschild zu einer Schlangenfarm noch für einen kurzen Schmunzler, bevor die Fahrt weiter Richtung Ostseeküste führte.
Nach rund fünf Stunden zeigte sich schliesslich zum ersten Mal das Meer am Horizont. Die Ostsee begrüsste uns mit einer frischen Brise und liess die Vorfreude auf die nächsten Ferientage nochmals steigen.
Am Nachmittag erreichten wir Eckernförde, einen der beliebtesten Ferienorte an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Die Stadt blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück und entwickelte sich von einem kleinen Fischerdorf zu einem bedeutenden Hafen- und Kurort. Noch heute prägen der historische Hafen, die gemütliche Altstadt mit ihren engen Gassen sowie die lange Strandpromenade das Stadtbild. Bekannt ist Eckernförde ausserdem für seine Fischerei, die Bonbonkocherei und die Nähe zum Naturpark Hüttener Berge.
Passend zum Titel zeigte sich das Wetter inzwischen von seiner typisch norddeutschen Seite. Immer wieder zogen dunkle Wolken über den Himmel, begleitet von frischem Wind und einzelnen Regenschauern – eben echtes nordisches Schietwetter. Davon liessen wir uns die fröhliche Stimmung jedoch nicht verderben. Nach der Ankunft auf dem Campingplatz blieb genügend Zeit für einen ersten Spaziergang durch den Ort und entlang der Ostsee. Die frische Meeresluft, das Rauschen der Wellen und die entspannte Atmosphäre machten sofort Lust auf die kommenden Tage an der Küste.






































