Troll-Jagd, Planänderung und Stellplatz mit Meerblick 🇩🇰

Am Vorabend verfolgten wir den WM-Halbfinal zwischen England und Argentinien auf dem iPad über die Liveticker der Zeitungen. Marianne hatte auf ein 1:1 getippt, doch Argentinien setzte sich knapp durch und zog in den Final ein. Im SRF-Tippspiel mit ihren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen behauptete sie weiterhin den hervorragenden zweiten Platz.

Die Nacht verlief ungewöhnlich kühl, sodass wir besonders erholsam schlafen konnten. Vielleicht lag es daran, dass wir am Morgen etwas länger liegenblieben als sonst. Anschliessend genossen wir das Frühstück bei herrlichem Sommerwetter draussen, bevor am späten Vormittag langsam Aufbruchstimmung aufkam.

Heute stand erneut die Suche nach einigen der beeindruckenden Holztrolle von Thomas Dambo auf dem Programm. Der erste Halt führte nach Børkop zum Troll Ene Øjesten. Schon vom Tröimli aus war die riesige Holzfigur zu erkennen. Sie sitzt mitten auf einer Weide, umgeben von Kühen, und scheint aufmerksam über die Landschaft zu wachen. Wie alle Troll-Kunstwerke von Thomas Dambo soll auch Ene Øjesten die Besucher dazu anregen, die Natur bewusst wahrzunehmen und sorgsam mit ihr umzugehen.

Während viele Besucher die Weide lieber umrundeten, spazierten wir ganz selbstverständlich zwischen den Kühen hindurch zum Troll – schliesslich gehört der Umgang mit Weidevieh für uns Schweizer fast schon zum Alltag.

Anschliessend wurde das Navi auf Vissenbjerg auf der Insel Fyn programmiert. Dort warteten gleich zwei weitere Trolle. Bei den sommerlichen Temperaturen durfte dieses Mal ausreichend Wasser im Rucksack natürlich nicht fehlen. Nach einem kurzen Wegstück erreichten wir zunächst Bitten Røverdatter, eine weitere eindrückliche Holzfigur. Der Name bedeutet sinngemäss «Bitten, die Räubertochter» und greift eine Figur aus einer dänischen Sage auf. Besonders auffällig ist ihr grosser Rucksack. Darin verstecken sich jedoch keine gestohlenen Schätze, sondern mehrere Mähroboter und Zubehör. Thomas Dambo möchte damit auf humorvolle Weise zeigen, wie moderne Technik und Natur miteinander in Einklang gebracht werden können – und dass man der Natur trotz aller technischer Hilfsmittel genügend Raum lassen sollte.

Für uns zeigte sich allerdings, dass man sich nicht immer auf digitale Karten verlassen sollte. Google Maps führte uns zu einer Stelle, wo der zweite Troll gar nicht existierte. Nach kurzer Konsultation der Karten vom Künstler, finden wir den richtigen Weg zur zweiten Figur. Der Einsatz wurde belohnt: Nach rund 25 Minuten standen wir schliesslich vor VissenPer, der ruhig mitten im Wald sitzt und seine Besucher scheinbar aufmerksam beobachtet. Die Figur lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, die Natur bewusst zu erleben und auch einmal ruhigere Wege einzuschlagen.

Nach diesem letzten Troll-Erlebnis ging die Fahrt weiter zur Assens Marina, wo wir ursprünglich übernachten wollten. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass sämtliche Stellplätze bereits belegt waren. Während Oliver das Grauwasser entsorgte, hielt Marianne nach einer Alternative Ausschau und erledigte noch den Einkauf für die nächsten Tage.

Nach kurzer Fahrt landen wir in Aa auf dem AA Strand Camping. Dort wurden wir freundlich empfangen und konnten unseren Stellplatz selbst auswählen. Die Entscheidung fiel schnell auf Platz 104 – mit wunderschönem Blick aufs Meer. Ein perfekter Ort, um den Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen und die vielen Eindrücke der Troll-Jagd Revue passieren zu lassen.